Swiss Top Sport

Swiss Top Sport
14.12.09

Olympisches Doppel mit Cologna und Tambornino?

Dario Cologna hat den Langlauf-Weltcup vor der Haustüre in Davos mit Rang 11 im Sprint gestern mit einem guten Ergebnis verlassen. Eligius Tambornino folgte direkt dahinter auf Rang 12. Der Sieg ging an Jon Kristian Dahl aus Norwegen.

Wie bereits tags zuvor die Distanzläufer Remo Fischer und Toni Livers belegten am Langlauf-Weltcup in Davos gestern Dario Cologna und Eligius Tambornino im Sprint in der freien Technik die Ränge 11 und 12. Wiederum durfte hinterher die Frage debattiert werden, ob dies nun ein erfreuliches oder ein bisschen weniger erfreuliches Ergebnis für den sich im Aufwind befindenden Schweizer Männerlanglauf ist. «Das Resultat ist weder schwach noch herausragend, es ist in Ordnung», sagte folgerichtig Trond Nystad, Schweizer Sprint-Nationalcoach. Im letzten Jahr waren an gleicher Stätte noch fünf Schweizer ins Viertelfinale der besten 30 Läufer aufgestiegen. Diesmal waren es dank Valerio Leccardi immerhin noch drei. «Die neue Strecke war etwas anspruchsvoller, was uns nicht unbedingt in die Karten gespielt hatte», sagte Nystad. Ein ideales Terrain fanden die Norweger vor, die durch Jon Kristian Dahl und den Weltcup-Gesamtführenden Petter Northug einen Doppelsieg realisierten.

 

Cologna ging die Kraft aus

Cologna durfte die heimische Flüelaloipe mit einem positiven Resultat im Gepäck verlassen. «Ich habe schon vor dem Wochenende gesagt, dass im Sprint mehr möglich ist als im Distanzrennen», resümierte der 23-jährige Wahl-Davoser. Er war den Wettkampf betont forsch angegangen, brillierte mit der viertschnellsten Zeit in der Qualifikation und diktierte danach auch in seinem Viertelfinale von der Spitze die Gangart. «Im Halbfinale hat mir dann schlicht die Kraft gefehlt», sagte Cologna. Angesichts der Verletzungspause nach einem im September eingehandelten Muskelfaserriss keine wirklich überraschende Erkenntnis.

Tambornino hatte in der Vorschlussrunde ebenfalls nichts mehr zuzusetzen. Er scheiterte klar. Sein bisheriges Bestergebnis im Weltcup hatte der 23-jährige Spezialist für den Freistil-Sprint aus Trun mit Rang 10 vor Jahresfrist ebenfalls in Davos realisiert. «Deshalb ist das Resultat von heute ganz gut, aber eben kein Schritt nach vorne», relativierte Tambornino seine Leistung.

Nichtsdesotrotz eröffnet ihm der erneute Nachweis seiner Tempohärte nach Rang 4 vor Wochenfrist im Teamsprint von Düsseldorf zusammen mit Christoph Eigenmann neue Perspektiven. Tambornino hat das Olympia-Ticket für die Spiele im Februar 2010 in Vancouver im Sack. Und Cologna lieferte ihm in dieser Hinsicht einen interessanten Hinweis. «Vielleicht lasse ich in Vancouver den Distanzlauf über 15 Kilometer zu Gunsten des Team-Sprints aus. Zusammen mit Tambornino liegt in dieser Sparte etwas drin», äusserte Cologna. «Die Chance auf eine Medaille wäre gegeben», sagte dazu Tambornino. Noch ist das Olympische Doppel Cologna/Tambornino indes nicht beschlossene Sache. «Zusammen mit Eigenmann haben sich die beiden für die Besetzung des Team-Sprints aber sicherlich in die beste Position gebracht», verriet der Nationalcoach.

 

Leccardi im Fahrplan

Mit einem Bein in Vancouver ist seit gestern auch der Davoser Leccardi, der mit Rang 25 die Hälfte der Vorgaben für eine Selektion (zweimal in die besten 25 oder einmal unter die besten 15) erbrachte. Er ärgerte sich über eine verpasste Chance im Viertelfinale. «Ich war in der letzten Kurve zu wenig aggressiv. Es wäre mehr dringelegen», bilanzierte der 25-Jährige, der im Gegensatz zu Teamkollege Tambornino eher der Klassisch-Sprinter ist. Die nächste Chance die Olympia-Selektion zu vollenden folgt bereits am kommenden Wochenende im Weltcup in Rogla. Den Klassisch-Sprint in Slowenien nimmt auch Cologna ins Visier. «Ich brauche jetzt jedes Rennen um wieder in Bestform zu kommen.» Nicht geplant ist gemäss Nystad ein Einsatz von Tamborino. «Ein Olympia-Start im Klassisch-Sprint ist indes nicht abgehakt», sagte Tambornino.

 

Südostschweiz - Johannes Kaufmann